Newsletter der internationalen Passionistenmission
Nummer 3_________________________________________________________________________________ Rom 2006/ 7
Seien Sie gegrüßt!
Es ist kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Viel Interessantes ist im
Jahr 2006 geschehen und dank Ihnen haben wir in unseren weltweiten Missionen
viel erreicht.
Im
Februar besuchte ich zusammen mit unserem Generaloberen, P. Ottaviano D'Egidio,
und seinem Konsultor den Dschungel von Peru, wo wir Zeuge des Wirkens unserer
Passionistenmissionare im peruanischen Amazonasgebiet wurden. Baskische
Passionisten kamen im Jahre 1913 hierher, und seitdem haben viele Missionare in
diesem gefährlichen Gebiet ihr Leben im Dienst am Nächsten geopfert. Allein in
den letzten Jahren starben hier vier Missionare. Sie ertranken in den Flüssen
Huallaga und Marañón.
(Klicken Sie auf die Karte für eine größere, lesbare
Version)
Das Missionszentrum liegt in Yurimaguas. Von hier aus setzen sich die Missionare
für die verschiedenen Gemeinden ein, die über ein 50.000 km2 großes Gebiet
verteilt sind, das an Ecuador grenzt. Zu erreichen sind die verschiedenen
Stammesgruppen und Gemeinden in der Regel nur über die Flüsse. Das heiße,
feuchte Klima dieses tropischen Gebietes ist nur schwer zu ertragen. Die starken
und häufigen Regengüsse verändern den Lauf der Flüsse. Deshalb müssen die
Gemeinden ständig von einem Ort zum anderen ziehen.
Der Eifer und Geist, mit dem sowohl die jungen als auch die alten Missionare
arbeiten, ist bewundernswert. So wagt es P. Pio Zarrabe Garro mit seinen 76
Jahren immer noch, die gefährlichen Flüsse zu befahren. Es ist sehr erfreulich,
dass sich bereits viele junge peruanische Passionisten als Teil dieser
Missionswelt fühlen. Sie haben große Ideale und Hoffnungen.
Die Missionsarbeit der Passionisten umfasst auch humanitäre Hilfe für
Konfessionsschulen, Hospitäler, medizinische Versorgungsstellen usw. Heute wird
viel Wert auf die Ausbildung von Koordinatoren in den kleinen Gemeinden gelegt.
Das sind Laienhelfer, die die Menschen in ihrer Gemeinde sowohl im Glaubensleben
als auch bei Alltagsproblemen unterstützen. Wir glauben, damit einen großartigen
Weg gefunden zu haben, auch den Glaubensgemeinschaften in den besonders
abgelegenen Gegenden zu helfen.
Eine der wichtigsten Aufgaben sehen wir zurzeit darin, die Leute hinsichtlich
des Erwerbs von eingetragenen Landrechten zu beraten und zu unterstützen. Die
Zeiten ändern sich und das, was früher nicht so wichtig war, ist heute zu einer
dringenden Notwendigkeit geworden. Bis vor kurzem lag der Dschungel noch abseits
des nationalen Interesses. Nun hat sich durch das Öl und die in der Folge
entstandene neue Industrie eine andere Struktur herausgebildet. Es kommt zu
Konflikten mit den Eingeborenen und auch mit den Missionaren, die versuchen, die
Ureinwohner davor zu schützen, dass ihnen ihr Land geraubt wird, das ihnen
gehört, für das sie jedoch keine eingetragenen Landrechte vorweisen können.
Im Laufe der Geschichte hatten wir sieben Bischöfe im Dienste der Mission in den
armen Gebieten. Heute sind es drei: Mons. José Luis Astigarraga in Yurimaguas,
Mons. Santos Iztueta in Moyobamba und Mons. Miguel Irizar in Callao, am Rande
Limas. Einige peruanische Theologiestudenten absolvieren ihr Pastoral in unseren
Missionen, wodurch sie mit der Realität der Mission vertraut werden und durch
das missionarische Charisma unserer Kongregation reifen können.
In den letzten Jahren konnten wir mit der großzügigen Unterstützung von ADECO
rechnen. Mit der Hilfe von P. Jesús Aristín, der seit vielen Jahren als
Missionar in diesem Gebiet wirkt, konnten somit verschiedene Projekte
durchgeführt werden, wie z. B. der Bau von Kapellen, Brücken, elektrischen
Leitungen usw.
Während unseres Aufenthalts in Lima verpflichteten sich zwei junge Männer,
Passionistenmissionare zu werden. In Lima fand auch eine Versammlung der Oberen
Lateinamerikas statt.
Dieses
Jahr machten wir noch eine weitere aufregende Reise. Wir besuchten unsere
Missionare in Indien. Ich wurde zusammen mit vielen anderen Passionisten, die
schon einmal in Indien gewirkt hatten, und verschiedenen Würdenträgern
eingeladen, an der Feier zum 25. Jahrestag der Gründung im Jahr 1981
teilzunehmen. Mit dabei war auch Bischof Paul Boyle, CP, der als Generaloberer
wesentlich zur Präsenz der Passionistenmissionare in Indien beigetragen hat.
Nicht teilnehmen konnten unser Gründungsoberer, P. Walter Kaelin, der 2005 in
den USA von Gott in die ewige Heimat gerufen wurde, und P. Carlos Elizarde, der
sich zurzeit in Kuba aufhält. Die Feierlichkeiten waren beeindruckend. Es war so
schön zu sehen, wie sich, seit "der erste Same gesät wurde", über die Jahre hin
alles entwickelt hat. Anfang des Jahres 1982 gab es in Indien fünf
Passionistenmissionare aus fünf verschiedenen Ländern – Ausdruck der
Universalität unserer Kongregation und der Kirche. In dieser feierlichen
Umgebung wurde einer unserer indischen Passionisten, Marcilin Sony Kannanaikal,
zum Priester geweiht.
Alle 17 Passionisten, die nach Indien eingeladen worden waren, wurden öffentlich
geehrt. All dies fand statt in unserem Postulat in Kochi, im Staate Kerala im
Süden Indiens, wo wir zurzeit 27 junge Männer betreuen, die Passionisten werden
wollen.
Ich verbrachte auch einige Tage in unserer Kommunität in Pallipuram, nicht weit
von Kochi an der Westküste gelegen, wo wir eine Gemeinde unter den armen
Fischern und ihren Familien führen. Ebenfalls nicht weit von dort besuchte ich
unser Postulat für unsere Kandidaten des Syro Malabar Ritus in Angamally. Es war
schön, dass uns während dieser Besuche P. Lombardo Lonoce aus Süditalien
begleitete, mit dem wir soviel in den Anfangsjahren in Kochi erlebt haben. Er
ist einer der Pioniere unserer Mission in Indien.
Mit dem Zug reisten wir von Kerala nach Randham im Bundesstaat Tamil Nudu. Dort
unterhalten wir in einer außerordentlich armen Gegend eine Missionsstation, die
von drei Passionisten betreut wird. Neben der spirituellen Betreuung wurde hier
in den letzten Jahren sehr viel dafür getan, den Menschen aus ihrer bitteren
Armut zu helfen. In einem kleinen Hüttendorf ohne jegliche öffentliche
Versorgung greifen nunmehr verschiedene Projekte, um die Situation zu verbessern:
eine Schule - nicht nur für die Kinder aus Randham, sondern auch für die aus den
Nachbardörfern – ein Milchkuhprojekt, das die Familien mit Nahrung versorgt und
auch eine Einkommensquelle für sie darstellt; ein Bauprojekt, aus dem viele neue
kleine, aber bessere Häuser hervorgegangen sind, die die Menschen vor der Nässe
während der Regenzeit schützen. Das sind einige der zurzeit laufenden Projekte.
Alle – Christen und Hindus – profitieren davon.
Von Randham reisten wir nach Bangalore, der Hauptstadt von Karnataka im Norden
von Tamil Nadu. Dort wohnten wir in unserem Seminar, einer Gemeinschaft von drei
älteren Passionisten und neunTheologiestudenten, einer davon im pastoralen Jahr.
Wir besuchten auch unsere Kommunität von Philosophiestudenten und das
Exerzitienzentrum in Bangalore sowie eine von zwei unserer Passionisten geführte
Einrichtung für entlassene Strafgefangene, denen hier geholfen wird, ihr Leben
wieder in den Griff zu bekommen und sich wieder in die Gesellschaft eingliedern
zu können. Die Passionisten besuchen auch regelmäßig ein nahe gelegenes
Gefängnis mit 4400 Insassen, um dort die Heilige Messe zu feiern.
Es ist ein Segen, dass diese Entwicklung unserer Mission in Indien zurzeit in
den Händen von indischen Passionisten liegt. Es gibt momentan unter ihnen nur
einen ausländischen Mitbruder. Dass ich in der Zeit, als all diese jungen Männer
die Passionisten kennen lernten, für die Berufungen verantwortlich war, machte
diesen Besuch besonders bedeutungsvoll für mich, und ich bin stolz auf jeden
einzelnen von ihnen.
Ohne die Hilfe so vieler großzügiger Wohltäter in den USA, die uns über all die
Jahre hinweg unterstützt haben, wäre die Mission in Indien immer noch eine
unlösbare Aufgabe für uns. Möge Gott es ihnen vergelten!
Im Oktober trafen sich in Rom drei Wochen lang 85 Delegierte von Passionisten
aus der ganzen Welt zum – wie wir es nennen – Generalkapitel, das alle sechs
Jahre stattfindet. Während dieser Zeit reflektierten wir unser Leben und unsere
Mission in der Welt. Besonderes Augenmerk legten wir auf eine Umstrukturierung
unserer Kongregation, um in der uns umgebenden veränderten Welt effektiver
missionieren zu können. Wir wählten auch eine neue Führung. Unser Generaloberer,
P. Ottaviano D'Egidio, wurde für weitere sechs Jahre wiedergewählt, zusammen mit
vier Konsultoren, von denen zwei wiedergewählt worden sind.
Dieses Jahr konnten wir unseren weltweiten Missionen auf verschiedenste Art und
Weise helfen. Finanzielle Unterstützung erhielten unsere Missionen in Indonesien,
Mexiko, Peru, Indien, Tansania, Mosambik und im Kongo. Ein großer Teil dieser
Hilfe für die Kinder in unseren Missionen wurde durch Spenden von großzügigen
Wohltätern aus Italien und den USA finanziert. Ein besonderer Dank geht an
unsere Gemeinde in Paris, die so großzügig für unsere bedürftige Mission in
Mosambik gespendet hat. Danke auch an unsere Kirchen in Romitelo (PA), Sizilien,
Novoli und Trepuzzi (LE) in Italien, Minsteraches in England und Prestonpans in
Schottland für ihre Spenden, und Dank auch an unsere Passionisten, die mich hier
und an allen Orten, die ich dieses Jahr besucht habe, so herzlich empfangen und
aufgenommen haben.
Langsam aber sicher nimmt die Missions Website Gestalt an – http://www.cpmissioni.org.
Vieles muss noch getan werden, aber das kostet Zeit. Bitte besuchen Sie unsere
Website regelmäßig.
Im Namen unserer Missionare möchte ich all unseren Wohltätern danken, die
unseren Missionen durch ihre großzügigen Gaben, ihre Unterstützung von Kindern
und durch die Messintentionen geholfen haben. Obwohl die Messintentionen weniger
werden, sind sie immer noch hilfreich für unsere Missionare, ganz besonders in
den sehr armen Gebieten. Ich möchte auch all den großzügigen Leuten danken, die
mir ihre Zeit geopfert haben, um mir persönlich zu helfen, mein geistliches Amt
zu erfüllen – besonders Luca Bondi und seiner Gruppe "Semi di Pace" aus
Tarquinia, Italien, mit dem wir im September eine Missionsausstellung
organisiert haben. Für jene, die diesen Newsletter vor 2007 erhalten: Möge unser
Heiland Ihnen segensreiche Weihnachten bescheren. Ihnen allen wünsche ich ein
sehr fruchtvolles Jahr 2007.

Rev.
Christopher Gibson, CP
Generalsekretär für die Passionistenmissionen
Klicken Sie auf diesen Link für Fotos vom Besuch in Peru
Klicken Sie auf diesen Link für Fotos vom Besuch in India
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